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Danksagung

Wir sind die Scream-Queens

Mütter von ganz besonderen Kindern. All unsere Kinder haben eines gemeinsam: Sie waren Schrei-Babys. Die ersten Lebensmonate mit unseren Babys waren nicht geprägt von Liebe und Zuversicht, sondern von Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Von Streit mit unseren Partnern und Familien. Von Wut, von Hass. Wir haben die Schuld bei uns gesucht und auch an unserem Leben gezweifelt. Manchmal waren wir kurz davor, unsere Babys zu schütteln.

Scream-Queens nennen wir uns, weil wir am Rande des Abgrundes waren, nicht mehr weiterwussten und aufgeben wollten – aber wir haben überlebt! Darauf sind wir stolz wie Königinnen! Doch geschafft haben wir es nicht alleine. Wir haben Hilfe gefunden, die uns und unsere Familien stark gemacht hat: In den Schreibabyambulanzen in Berlin sind wir und unsere Babys aufgenommen worden. Wir haben Rückhalt erfahren, so wie das Kind von seiner Mutter. Die Hilfe, die wir dort bekommen haben, war bitter nötig. Es ist mit Worten nur schwer zu beschreiben, denn jeder von uns hat die Hilfe an anderer Stelle gebraucht und gespürt. Was wir jedoch alle sagen können: Die Arbeit der Schreibabyambulanz mit der körperorientierten Krisenbegleitung hat uns gerettet. Heute sind unsere Familien nicht perfekt, aber voller Liebe und stabil. Wir haben eine enge und gute Bindung zu unseren Kindern. Wir sind dem Team der Schreibabyambulanzen in Berlin auf ewig dankbar!

Wir halten es für unabdingbar, die Arbeit der körperorientierten Krisenbegleitung  zu verstetigen! Die Familienstrukturen werden immer kleiner, junge Familien erfahren immer weniger Unterstützung – doch der Bedarf an Rückhalt, gerade für junge Mütter, wächst. Für eine gesunde und stabile Gesellschaft sind gesunde und stabile Kinder eine Voraussetzung. Doch Kinder können nur gesund und stabil heranwachsen, wenn auch das Elternhaus Gesundheit und Stabilität vermittelt. Ein Schreibaby rüttelt an den Grundpfeilern einer Familie – die Schreibabyambulanzen helfen, die Familie und die Bindung zum Baby zu stabilisieren. Diese Stütze darf nicht wegfallen!

Bitte nehmen Sie sich Zeit, ein paar unserer Erfahrungsberichte zu lesen:

„Hätten wir nicht im Frühjahr 2016 endlich den Mut gefasst, uns an die Schreiambulanz zu wenden, wäre ich wohl nicht mehr am Leben. Damals war unser Kind ein knappes halbes Jahr alt. Monate hatten wir mit einem Kind verbracht, das mehr als die Hälfte jedes Tages geschrien, kaum geschlafen, nie im Wagen oder in einem Bettchen gelegen hat. Das hat mein Leben nachhaltig erschüttert und alles verändert.

Nichts hatten wir uns mehr gewünscht, als eine kleine Familie, ein Kind sollte unsere glückliche Beziehung perfekt machen. Nach einer schwierigen Schwangerschaft hatten wir uns niemals mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, dass es Schreikinder gibt, oder uns so etwas passieren könnte. Niemand hat uns Zuspruch gegeben, wir wurden als unfähig und der Elternschaft nicht gewachsen kritisiert.

Erst bei Paula Diederichs, als unser Alltag nur noch aus purem Überleben, aus Aushalten des stetigen Schreiens und des stetigen Stresses bestand, haben wir Verständnis und Unterstützung erfahren. In kleinen Schritten haben wir durch die körperbezogene Arbeit mit ihr einen Zugang zu unserem Kind gefunden, konnten ihm und uns helfen, Strategien zu entwickeln, zueinander und Ruhe zu finden. Wir haben es geschafft, diese unglaublich schwere Zeit – die etwa anderthalb Jahre andauerte – zu überstehen, ohne unser Kind jemals zu Schütteln. Obwohl der Drang da war – aus Verzweiflung, aus Überforderung, aus Hilflosigkeit. Ich bin Paula Diederichs und der Schreiambulanz ewig dankbar – denn sie haben zwei Leben gerettet. Meines und das meines Kindes. Wir sind eine Familie geworden.“
M.E.

„Der schlimmste Moment war, als ich eine Handvoll Erdnüsse auf meinen Mann und unser Baby schmiss. Mein Kopf hatte für einen kurzen Moment ausgesetzt. Ich stand meinen Mann gegenüber, er schrie mich an, ich schrie ihn an. Auf seinem Arm unser Baby, ein paar Monate alt, es schrie ebenfalls. Ich wollte nur noch weg, fühlte mich gefangen. Andererseits wollte ich, dass er mich in den Arm nimmt. Dass unser Baby nicht mehr weint. Ich wollte einfach nur, dass alles wieder gut wird. Neben mir, auf dem Tisch, eine Schale Nüsse... voller Verzweiflung griff ich hinein und schmiss einige Nüsse in ihre Richtung. Gottseidank traf ich niemanden – ich hatte im letzten Moment an beiden vorbei gezielt. Aber der Schock saß tief. Und der Hilferuf war klar und deutlich. Das ist der Moment, in dem manchem Eltern ihr Baby schütteln, dachte ich. Gottseidank habe ich es nicht getan, dachte ich. Und: Wir brauchen Hilfe.

Hinter uns lagen Wochen, Monate der Verzweiflung. Wir waren komplett ausgepowert, hatten Schlafentzug, kaum Zeit zum Essen oder Duschen gehabt und vor allem: niemanden, der uns hilft. Unser Kind fing zwei Wochen nach seiner Geburt an zu schreien. Wir konnten es nicht ablegen. Nie. Sobald wir es hinlegten, schrie es. Für alles mussten wir uns abwechseln, um zu duschen, die Toilette zu benutzen, um zu essen. Nachts stillte ich unser Baby alle zwei Stunden. Weil ich Angst hatte, dass es wieder anfängt zu schreien, wollte ich, dass mein Mann auch bei uns schläft. So litten wir beide an Schlafmangel und kämpften uns durch den Tag. Begleitet von Vorwürfen aus dem Familien- und Bekanntenkreis: Wir sollten uns mal entspannen, dann entspanne sich auch das Baby.

In der Schreibabyambulanz bekam ich schnell einen Termin. Paula Diederichs merkte schon am Telefon, wie schlecht es mir ging. Und dass nicht nur wir mit unserem Baby, sondern auch ich selbst Unterstützung brauchte. So bekam ich Termine mit Paula selbst, in der sie mich und meinen Mann in der Bindung mit unserem Baby stärkte. Und unserem Kind half, zur Ruhe zu finden. Zusätzlich bekam ich auch Termine mit Claudia Theil, die sich um meine seelische Gesundung kümmerte – denn die Geburt meiner Tochter reaktivierte ein Kindheitstrauma in mir: Ich selbst hatte meine Mutter als ich ein Kind war verloren. Und war voller Angst, dass sich die Geschichte wiederholen könnte.

Mein Partner und ich waren in unserer „Schreibaby-Zeit“ kurz vor der Trennung. Mittlerweile haben wir geheiratet und sogar kürzlich ein zweites Kind bekommen. Ohne Paula und Claudia hätten wir uns das niemals getraut! Unser zweites Kind ist kein Schreibaby.“
L.d.B

„Die Zeit nach der Geburt war für mich die Hölle. Mein Kind - ich hatte mich so darauf gefreut. Jedoch war alles anders: Mein Sohn schrie und schrie, und das bis zu 18 Stunden am Tag.

Ich bin Kinderkrankenschwester. Für alle Leute um mich herum hatte ich stets einen Rat - nur mir selbst konnte ich nicht helfen.

Auch an den Tod habe ich gedacht... Ich konnte das Haus nicht verlassen, da jeder etwas zu sagen hatte. Und wenn ich mal draußen war, kam ich schweißgebadet und heulend zurück. Alle medizinischen Anlaufstellen sagten, ich habe ein gesundes Kind. ‚Und warum schreit er dann? Ich bin eine schlechte Mutter. Ich habe versagt. Warum???’ Das Leben hatte keinen Sinn mehr.

Es war alles dunkel.

Bis ich in die Schreibabyambulanz zu Paula fand. Sie nahm uns auf und auf einmal verstand mich jemand. Mit jeder Sitzung erhellte sich unser Leben.

Inzwischen bin ich selbst Hebamme geworden. 

Rückblickend auf die Zeit, jetzt als Fachfrau, kann ich nur sagen, dass die Arbeit eine sehr wichtige Präventivmaßnahme ist!

Bei der Betreuung meiner Schwangeren und Wöchnerinnen möchte ich die Zusammenarbeit mit der Schreibabyambulanz nicht missen. Sie hilft nicht nur den Frauen, sondern ganzen Familien, wieder ein geregeltes Leben zu führen. Es ist sehr wichtig, dass jeder diese Möglichkeit bekommt, unabhängig vom Einkommen.“
A.C.

„Wir waren Zombies, völlig übermüdet, chronisch erschöpft, angespannt, unser Adrenalinspiegel immer am Anschlag, wir vollkommen aufgelöst. Wir waren wütend, verzweifelt, verunsichert und hilflos, ständig besorgt, dass unser Kind krank sein könnte, dass wir alles falsch machen, schlechte Eltern sind. Unsere Grundbedürfnisse wie essen, uns waschen und schlafen konnten kaum noch erfüllt werden, wir waren rund um die Uhr gehetzt, haben uns viel gestritten und sollten doch glücklich sein über unser süßes Kind. ‚Ihr müsst doch auch merken, dass ihr jetzt ein Kind habt.’, ‚Kinder schreien auch mal.’, ‚Ihr verwöhnt das Kind, kein Wunder.’, Aussagen von unseren Familien, sehr schmerzhaft und überhaupt nicht hilfreich für uns. Es wurde schlimmer und schlimmer, unser Energielevel sank immer mehr, wir kämpften uns durch jeden Tag und jede Nacht, wir waren zunehmend isolierter.

Die Rettung kam in der Schreibabyambulanz: völlig selbstverständlich wurde uns unser kleiner Schreihals abgenommen, getragen, massiert, gestreichelt, solange bis sich unser Kind endlich beruhigt hatte. Von Anfang an hatten wir Vertrauen, unsere Gefühle und Ängste wurden zum ersten Mal verstanden, wir waren nicht allein, es gab tatsächlich noch andere Schreibabys und Schreibabyeltern und das Allerwichtigste: wir haben nichts falsch gemacht. Unsere eigenen Bedürfnisse konnten während den Krisenbegleitungsstunden für ein paar Momente in den Vordergrund gerückt werden, wir konnten Kraft und Energie für tanken, wertvolle Werkzeuge für den Alltag mitnehmen, Durchatmen. Wir wurden bestärkt, die Schuldgefühle wurden uns genommen, wir lernten unglaublich viel über unser Kind und uns selbst. Gemeinsam mit Paula und Elefantenschritten kämpften wir uns zurück in unser Leben. Für die Rettung aus dieser schweren Zeit, die Rettung unserer kleinen Familie sind wir unendlich dankbar.“
A.O.

Jeder kennt den Ausdruck ‚schlafen wie ein Baby’. Für uns stellte sich nach sechs Wochen nur noch eine Frage: Warum schläft unser Baby nicht? Wir wollten glücklich sein, endlich stolze Eltern. Letzteres waren wir, aber die Glücksmomente blieben plötzlich aus. Eine verzweifelte, weinende Mutter sitzt mit ihrem Baby im Arm im Wohnzimmer, völlig erschöpft vom Tag. Wir sehnen uns nach Ruhe, es soll endlich aufhören. Unser Baby soll endlich nicht mehr schreien. Wir fragen uns, was wir falsch machen und ergreifen krampfhaft jeden Strohhalm. Die Hebamme kann uns nicht helfen, sie ist selbst ratlos. Unser Baby scheint gesund und kräftig zu sein (vor allem ihre Lungen). Ärzte können uns unsere Sorgen nicht nehmen. Unser Baby schreit weiter tagsüber sehr viel, am Abend stundenlang. Wir sind verzweifelt, suchen vergeblich nach Verständnis bei unserer Familie. Später werden wir feststellen, dass uns niemand verstehen kann, der es nicht selbst erlebt hat. Unser Kind ist nun zwölf Wochen alt und wir beginnen zu verstehen warum andere Eltern ihren Kindern ernsthaft wehtun. Es ist sehr beängstigend, wir lieben unsere Tochter. Aber wir sind müde und die Situation lebensbedrohlich. Hinter uns liegen vier Wochen, die uns bis heute verfolgen. Rückblickend betrachtet, kam der erste Termin in der Schreibabyambulanz viele Wochen zu spät. Aber auch gerade rechtzeitig.“

M.O.

„Unsere Tochter fing am 10. Tag nach ihrer Geburt an, jeden Abend drei bis vier Stunden am Stück laut und verzweifelt zu brüllen. Sie verspannte ihr kleines Körperchen, war fest wie ein Flitzebogen, lief dabei rot an, schrie über mehrere Stunden hysterisch, verschluckte sich vor lauter Schreien und ließ sich nicht beruhigen. Wir wussten, dass es normal ist, dass das Baby mal weint oder schreit, doch diese Situation war alles andere als normal! Wir hörten eine ungeheure Not, die da aus ihr sprach und in die wir schnell zu dritt gerieten, da wir uns sehr hilflos fühlten. Ich hatte keine leichte Schwangerschaft hinter mir, zusätzlich war eine sehr nahestehende Familienangehörige in dieser Zeit plötzlich gestorben, so dass wir nun dringend Hilfe und Unterstützung brauchten.

Nach langer Suche bei einigen Anlaufstellen (Kinderärzte, Osteopathen, Hebammen) hörten wir von der Schreibabyambulanz in der Osloer Straße. Wir fanden Hilfe bei Paula Diederichs. Wir erwarteten praktische Tipps, vielleicht Anleitungen zum Massieren des Babys oder im Umgang mit ihr. Das alles bekamen wir, aber erst nachdem wir mit der Therapeutin gemeinsam Schwangerschaft und Geburt besprochen hatten, dabei vor allem auch die Schockmomente durch den Todesfall und die Belastung in der Schwangerschaft.

Wöchentliche Sitzungen und vereinzelte Anrufe, wenn es besonders schlimm war, halfen uns über die nächsten Wochen. Zuhause übernahmen wir diese Techniken und versuchten, dieser besonderen Zeit gerecht zu werden. Nach und nach beruhigte sich unsere Tochter, und wir auch. Der erste Abend ohne Geschrei war fast ein Wunder. Nach einem halben Jahr war eine gewisse Routine und Ruhe eingekehrt.

Die Schreibabyambulanz hat unser Familienleben gerettet in einer Zeit, in der viel schiefgehen kann. Permanentes Geschrei ist Folter - für das Baby selbst und für alle, die es hören müssen. Wir lernten durch die Ambulanz, Verständnis zu entwickeln für unsere kleine Neugeborene, sie und uns körperlich zu entlasten und mit einer gelasseneren inneren Haltung zu unterstützen. Dadurch hat sich unser gesamtes Familiensystem beruhigt. Wir hatten keinen leichten Start, aber einen sehr intensiven.

Unsere Tochter ist inzwischen 14 Jahre alt und eine fröhliche, entspannte und sehr aktive und aufgeweckte Jugendliche. Wir sind der Schreibabyambulanz noch heute in großem Dank verbunden und möchten mit dem Brief auf diese überlebenswichtige Arbeit hinweisen, die auf allen Ebenen finanzielle und ideelle Unterstützung erhalten sollte.“

D.L.

 

Danksagung einer Mutter im Frühjahr 2017

Als ich letztes Jahr in einer akuten Krisensituation in einer Mutter Kind Einrichtung unterkam, suchte ich mir zusätzlich Hilfe bei Paula Diederichs SchreiBabyAmbulanz. Mit Panik Attacken und Ängsten, als Mutter zu versagen und meine Tochter emotional nicht halten zu können, fand ich bei Paula eine Unterstützung und Erdung, die für mich unschätzbaren Wert hat. Die Kombination aus Körperarbeit, Bewusstsein und Gesprächen, ihr Umgang mit meiner Tochter und die vertraute und herzliche Atmosphäre liessen mich durchatmen, ankommen und neues Vertrauen finden, neue Aspekte sehen und spüren und vor allem im Moment mit meinem Kind ankommen. Kraft schöpfen und neuen Mut fassen oder einfach da sein, immer erfuhr ich was mir gerade fehlte. Auch das Formulieren kleiner Ziele war ein Teil unserer Arbeit und verfolgt mich nachhaltig. Ich bin froh und dankbar, in dieser wohl schlimmsten und dunkelsten Zeit in meinem Leben eine solche Anlaufstelle gefunden zu haben, die mich in meinem MutterSein unterstützt, meine Zweifel versteht und so liebevoll und professionell zur Seite steht. ich wünsche jeder Mutter, ob kleine oder große Sorgen, eine solche Paula. Danke dir!

 

Gedicht “Brief“ eines Schrei-Babys an seine Mama, aufgeschrieben von der Mutter
Liebe Mama, 9 Monate hast Du auf mich gewartet und ich auf Dich. Ich war über Dein Herz und du über mein Herz verbunden. Alles, was Dich gefreut oder belastet hat, habe ich mitempfunden und es fühlte sich immer richtig für mich an. Wenn Du traurig warst, habe ich Deine Traurigkeit aufgenommen und Dir Liebe gegeben, solange bis es dir wieder besser ging. Auf diesem Weg habe ich so viel Liebe mitbekommen. Jetzt bin ich hier auf dieser Welt und möchte Dir weiterhin meine Liebe geben, doch irgendwie läuft das alles nicht mehr so selbstverständlich. Du kannst meine Liebe nicht mehr annehmen, doch ich hab so viel davon mitgebracht. Ich muss sie jetzt irgendwie loswerden und deswegen schreie ich so viel. Doch je mehr ich schreie, umso unglücklicher bist Du und in diesem Zustand bist du gar nicht in der Lage, Liebe anzunehmen, weil Du denkst, das Du etwas falsch machst. Wir wollen beide einander glücklich machen und müssen lernen, wie das auf dieser Welt gehen kann. Ich will Dir zu verstehen geben, dass alles, was ich tue nur aus Liebe tue. Wenn ich diese Liebe nicht rausschreien kann, habe ich ein Problem. Vielleicht liebst du mich ja jetzt, weil ich schreie; denn nicht jedes Kind kommt mit sooooo viel Liebe auf die Welt. Danke, Mama.

M. Cecchinato
Meine Tochter Ava kam zur Welt am 23.04.2014. Die Geburt war leicht. So leicht, dass wir schon am gleichen Abend nach Hause kehren konnten. Was wir nicht wussten ist, dass unser Abenteuer noch nicht so ganz angefangen hatte. Ein Kind war geboren. Eine Mutter aber noch nicht.
Für Ava gab es monatelang keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Mein Mangel an Schlaf wurde innerhalb weniger Monaten riesig, meine Erschöpfung kaum zu beschreiben. Belastend waren die Kommentare, die ständig von aussen kamen: „Wieso bist du so erschöpft, es ist ja nicht normal!“, „Du übertreibst es ja! Es ist doch das Schönste auf der Welt, ein Baby im Arm zu halten!“...
Dazu konnte Ava nicht abgesetzt werden. Die ersten Wochen – sogar Monate! - verbrachte Ava tagsüber ausschließlich im Babyträger. Ich musste schnell lernen, alles mit ihr im Babyträger zu tun (aufs Klo gehen, an- und ausziehen, die Wohnung putzen, kochen...). Duschen war eine seltene Art von Kunst schon geworden...
Ava konnte auch nur im Babyträger tagsüber schlafen, d.h. ich musste mindestens zweimal am Tag im Park mit ihr im Babyträger spazieren gehen. Auf der Bank zu sitzen war kaum eine Option: Sie wurde davon wach. Ich musste immer in Bewegung bleiben. Deswegen kam ich tagsüber nie zum Schlafen. Und weiter kamen die Kommentare: „Du verwöhnst sie ja nur damit!“, „Lass sie doch liegen und schreien, sie wird doch lernen!“...
Ob das nicht genug gewesen wäre, fing Ava an der 5. Woche zu brüllen. Ich hatte sie SO LAUT und SO VERZWEIFELT nie vorher erfahren. Sie war plötzlich steif von lauter Schreien. Ich probierte alles: stillen, wickeln, Babyträger... Sie brüllte nur lauter und wurde umso steifer. Ich wollte ins Krankenhaus fahren. Es musste doch was sein. Es war aber absolut nichts. Mindestens nicht körperlich.
In den nächsten Tagen passierten diese „Schrei-Attacken“ öfter (bis zum vier- oder fünfmal am Tag; vormittags wie nachmittags, abends wie nacht)s und wurden deutlich länger, manchmal bis zu einer vollen Stunde. Ich war nun nicht nur erschöpft. Ich war dazu schlicht und ergreifend verzweifelt. Schlaflos, erschöpft, verzweifelt fing ich an zu glauben, dass ich die einzige Ursache ihrer Unruhe war. Dass meine Tochter glücklicher, gesunder und vor allem ruhiger ohne mich sein könnte. Dies machte mich umso schlafloser, erschöpfter, verzweifelter. Und trotz meiner Verzweiflung: Von Aussen bekam ich weiter Kommentare: „Ach komm! Mach dich locker! ALLE Babies schreien!“, „Es sind nur Koliken“.
Irgendwann, aus lauter Verzweiflung, fand mein Mann die Adresse der Schreibabyambulanz in Wedding. Ava war noch nicht zwei Monate alt, als wir drei für das erste Mal hin gingen. Paula Diederichs, die dortige Therapeutin, war der grösste Schutz. Sie kümmerte sich erst einmal um Ava. In ihren Armen war sie so entspannt und friedlich wie nie zuvor. Als es Ava besser ging – und es dauerte noch eine Weile, fing Paula dann an, besonders mit mir zu sprechen. Viel kam aus unseren Gespräche raus. Es reicht hier zu sagen, dass ich oft von unseren Sitzungen völlig baff, sprachlos, weinend aber auch erleichtert, ermutigt und wieder auf meinen Beinen raus kam. In wenigen Monaten schaffte sie, die Mutter, die auch in mir steckte, raus zu holen.
Sie machte mich darauf aufmerksam, dass jede Mutter – wie jedes Baby - einzigartig ist. Die „Kunst“ ist, diese einzigartige Frau in ihrer einzigartigen Rolle als Mutter für ihr einzigartiges Baby raus zu holen. Es gibt keine Empfehlung, sowie kein Handbuch, die pauschal gelten. Ich musste aufhören, auf äussere „Regeln“ zu achten und völlig auf meinem Instinkt zu vertrauen.
Sie erklärte, wie wichtig die erste Lebensmonate von Ava für die Bindung zwischen mir und ihr waren. In den ersten Monaten bauten wir gemeinsam ihren Urvertrauen. Meine bedingungslose Anwesenheit in den ersten Monaten war schon entscheidend gewesen, sie zu einer starken, unabhängigen und freudigen junge Frau entwickeln zu lassen. Ich hatte schon vieles gut gemacht. Ich?! Wirklich?!
Außerdem stellte Paula das Bild, dass ich von meinen Eltern und ihrer Beziehung zu mir hatte, völlig auf den Kopf. Nie vorher war ich mit so viel Familiengeschichte auf einmal konfrontiert. Nie vorher war ich aber daraus erfolgreich rausgekommen. Mit Paulas Hilfe schaffte ich einen riesigen Ballast auf meinen Schulter weg zu „fegen“, sodass ich keine alten – und belastenden - Familienmuster mit Ava unbewusst wiederholen musste.


Ava hat vor ein paar Monaten ihre Eingewöhnung in der Kita „abgeschlossen“. Sie ist noch heute die einzige in ihrer Gruppe, die mit einem grossen Lächeln morgens dahin geht. Ihre Erzieherinnen beschreiben sie als angstlos, extrem offen, immer freudig und neugierig, Klettern-abhängig, leicht zu pflegen. Sie sagen, dass sie nie weint. Völlig baff waren sie, als sie von mir erfuhren, dass Ava ein Schrei-Baby war. Völlig neugierig fragten sie, was die dortige Therapeutin mit uns alles gemacht hatte. Es ist eindeutig, dass Ava viel Sicherheit in ihrem ersten Lebensjahr bekommen hat, um heute so frei zu sein.
Keine Zweifel: Es war das härteste Jahr meines Lebens! Ich hätte auch ohne Paula irgendwie geschafft. Ich bin mir aber sicher, dass ich aber mit „Narben“ hintergeblieben wäre. Stattdessen heute bin ich eine narbenlose, glückliche, stolze und starke (!) Mutter geworden, die sich völlig frei in ihrer Rolle fühlt. Und diese unbezahlbare Freiheit habe ich nur der Arbeit von Paula zu verdanken.


Mama Nicole und Tochter
Als ich (26) vor gut einem Jahr mit meinem Koffer mich entschloss nach Berlin zu ziehen, war ich mi 4. Monat schwanger. Mein Freund hatte sich entschieden, seinen spirituellen Weg zu gehen und dem geplanten Familienleben den Rücken zu kehren... Ich lebte bis zu diesem Zeitpunkt in Spanien, und hatte dort eigentlich vor, dort unser Kind gemeinsam grosszuziehen. Nach diesem plötzlichen Richtungswechsel musste ich mich sichern alleine zurechtzukommen und meiner Tochter ein so gut wie möglich sicheres zu Hause zu schenken, in dem sie aufwachsen kann und in dem wir beide genügend haben zum Überleben...Dieses war nur möglich, wenn ich zurück in mein Heimatland Deutschland kehrte. Mein älterer Bruder in Berlin war die einzige Anlaufstelle, die ich in Berlin hatte und dieser nahm mich die erste Zeit bei seiner eigenen Familie auf, bis ich eine Wohnung fand, die ich dank der sozialen Unterstützungen finanzieren konnte.
Den Einzug organisierte ich in die Wohnung ,kurz vor der Geburt meiner Tochter, die mi April 2008 auf die Welt kam... Die erste Zeit nach der Geburt mit meiner Tochter in unserem neuem Heim ging ganz gut, jedoch nach 4 Monaten merkte ich, dass ich immer unruhiger und nervöser wurde wegen meiner Sorgen, die ich alleine mit mir trug, um unseren Alltag zu meistern und gleichzeitig meine Tochter auch immer häufiger intensive Schreianfälle hatte..
Dazu kam, dass es Mitte August häufig Gewitter und Regenwetter gab und meine 4-5 Monat junge Tochter extrem sensibel auf Klimawechsel reagierte... Bei jedem schlechten Wetterwechsel bekam sie immer heftigere Schreianfälle, die ich durch meine eigene innerliche steigende Unruhe immer mehr Schwierigkeiten hatte, diese zu beruhigen.
Eines Tages als ich am Wittenbergplatz ein Eis am Nachmittag essen ging mit meinem Bruder, erwischte uns überraschend ein starkes Gewitter  Direkt über uns donnerte es extrem laut und kurze Zeit darauf viel heftiger Regen und Blitze zischten über uns am Himmel. Ich hatte gerade meine kleine Maus in meinen Armen gestillt und wir beide haben uns unheimlich erschrocken bzw. richtig einen Schock eingeholt. Ich hatte Panik und stand da, ohne mich bewegen zu wagen aus Angst, dass uns ein Blitz erwischen könnte und meine Tochter bibberte und zitterte vor Aufregung durch ihr eigenes Schreien... Letztendlich mit viel Geduld hat mein Bruder an diesem Tag (nach 3 Stunden ununterbrochen Schreien) es geschafft, uns heil nach Hause zu bringen und dass wir beide einigermassen wieder Ruhe behalten konnten....Jedoch seit diesem Tag traute ich mich einige Wochen lang nicht mehr bei Regenwetter aus dem Haus und wagte mich, auch nur ganz kurze Spaziergänge zu machen aus Angst, dass meine Tochter wieder schreien könnte und ich sie vielleicht wieder nicht beruhigen könnte. Dieses Verhalten wurde Tag für Tag immer krampfhafter und angespannter, was natürlich auch nicht unsere Situation besserte... Aus Verzweiflung fing ich an, im Internet Adressen, bzw. Organisationen rauszusuchen die uns aus dieser angespannten Situation helfen könnten. Zuerst probierte ich es bei Welcome. Doch dies war nicht die Lösung, da unser kleiner Kreis, mit meiner Tochter und mir, nicht offen war, um andere Menschen in unser Leben zu lassen, da wir durch unsere Angst so angespannt waren, dass wir uns nicht trauten einander loszulassen...
Eines Tages im September fand ich die Web-Site der SchreiBabyambulanz von Paula Diederichs und las mir die Vorstellung ihrer Person aufmerksam durch...Sofort hab ich Vertrauen gespürt, da ich klar heraus hören konnte, dass ihr Anliegen von Herzen kommt und sie tatsächlich auch von ihrer eigenen Erfahrung schreibt, weitergibt und teilt, Paula sprach aus der Sicht und dem Herzen einer Mutter, die diese Problematik wirklich wahrnimmt.
Als wir zum ersten Mal telefonierten, hatten wir sofort einen Termin vereinbart, und gab es auch keine weitere bürokratische Komplikationen, nicht mal als ich ihr schilderte, dass ich gerade ALG II -Empfängerin bin und momentan nicht wusste, wie ich die Kosten übernehmen könnte, um ihre Arbeit zu finanzieren. Auch als ich ihr schilderte, dass ich mich nicht traute, aus dem Haus zu gehen, zögerte Paula in keinem Moment, uns anzubieten zu uns zu kommen und nach uns zu sehen. Schon nach etwa einer halben Stunde erschien Paula bei uns zu Hause und wusste mit ihrer Liebe und sensiblen Aufmerksamkeit genau sich so zu verhalten, dass sich zuerst meine Tochter entspannte und sich ihr gegenüber öffnete und dann auch bald ich genügend Vertrauen wieder sammelte um loszulassen.
Paula D. zeigte mir ein paar Techniken, um meine kleine Schreimaus zu beruhigen und alles in Ruhe und ohne jeglichen Zeitdruck.
Nach ihrem ersten Hausbesuch wagte ich mich zuerst nicht nochmal, um Hilfe zu bitten, da es mir schwerfällt um Hilfe zu bitten vor Allem wegen meiner momentanen Geldsituation, die mir nicht erlaubt, den eigentlichen Wert ihrer Arbeit damit auszugleichen. Paula D. hat mir allerdings bewiesen, wie ernst sie ihre Arbeit nimmt und gleichzeitig, wie unkompliziert es funktionieren kann, Hilfe zu geben. Die positiven Resultate ihrer Arbeit ,die sie vor allem aus ihrem Herzen her leistet, sah ich nochmals klarer an einem Tag, als sie zu uns sogar an einen Sonntag Abend kam um nach dem Rechten zu sehen und bei uns blieb, bis wir (meine Tochter und ich) uns wieder beruhigt hatten nach einen weiteren Schreianfall, denn Paula verlies uns auch an diesem Sonntag erst, als meine Tochter tatsächlich ruhig eingeschlafen war.
Die Schreianfälle, die Mitte August fast täglich waren und vor denen ich eine richtige Angst entwickelt hatte, haben sich inzwischen (November) auf alle 2-3 Wochen reduziert und ihre Intensität ist nichts mehr mi Vergleich zu vorher...Ich fühl mich wesentlich ruhiger und wieder fähig, meiner Tochter Halt, Sicherheit und vor allem Liebe zu schenken. Das verdank ich alles Paulas Leistung, durch ihre Bemühung und Feinfühligkeit, indem sie uns immer wieder gezeigt hat, dass sie für uns da ist um uns Rückgrat zu geben, falls und wann immer wir es brauchen, hat sie es geschafft, auch in mir wieder genügend Vertrauen zu verbreiten. Seit unserer ersten Begegnung bis jetzt (etwa nach 5 Hausbesuchen) hat sich bei uns die Welt nicht nur normalisiert sondern sogar verbessert.

 

Sehr geehrte Frau Fischer, liebe MitarbeiterInnen des Familienzentrums Fabrik Osloer Straße, mit diesem Schreiben möchte ich mich auch im Namen meiner Familie ganz herzlich für die Hilfe und Unterstützung bedanken, die wir durch die Schreibaby-Ambulanz von Paula Diederichs und den MitarbeiterInnen des Familienzentrums Fabrik Osloer Straße erfahren haben.

Unsere Ausgangssituation im letzten Jahr war die, dass unsere im Januar geborene und damals etwa 8 Monate alte Tochter oft unglücklich wirkte. Sie klagte und weinte viel, verlangte oft ununterbrochenen Körperkontakt und erkannte niemanden außer ihren Eltern als Bezugspersonen an. Weder war es möglich, sie durch meine Mutter, die sie oft sah, babysitten zu lassen, noch konnte sie ein, zwei Minuten bei einem ihr vertrauten Mitbewohner sein. Bei diesen Gelegenheiten schrie sie verzweifelt und ließ sich nicht beruhigen. Diese Situation erlebten mein Freund und ich als nervenaufreibend und frustrierend, sie führte aber besonders auch dazu, dass wir unsere Fähigkeiten als liebevolle Eltern infragestellten. Wir suchten Ursache und Schuld bei uns und verzweifelten darüber.

Bevor wir Frau Diederichs kennenlernten, hatten wir schon eine andere Beratung in Anspruch genommen, die uns sehr verunsichert und zu einer Verschlechterung unserer Situation geführt hatte. Deshalb fiel es uns besonders schwer, es ein zweites Mal zu probieren. Das ging dann nur, weil Frau Diederichs uns unbürokratisch und kurzfristig einen Termin ermöglichen konnte. Wäre es komplizierter gewesen oder mit höheren Kosten verbunden, hätten wir die Hilfe nicht in Anspruch nehmen können.

Ich war zunächst mit meiner Tochter allein bei Frau Diederichs, zu den Folgeterminen konnte auch mein Partner dazukommen. Die Atmosphäre, die Frau Diederichs herstellt, hat uns getröstet und beruhigt. Es ist eine Atmosphäre der Offenheit und Herzlichkeit, wobei man sich zugleich sicher sein kann, dass Frau Diederichs einem ehrlich ihre Meinung sagt und Probleme und negative Gefühle unsererseits nicht mit honigsüßen Trostworten zu verdecken sucht. Besonders ist mir aufgefallen, wie gut Frau Diederichs es versteht, Kontakt zu einem Säugling aufzunehmen. Unsere Tochter hat schnell Vertrauen zu ihr gefasst und sie in ihr Spiel einbezogen oder sich im Spiel nur auf Frau Diederichs bezogen.

Der Raum, der der Schreibaby-Ambulanz in der Fabrik Osloer Straße zur Verfügung steht, ist innerhalb kürzester Zeit für uns zu einem Ruhe- und Rückzugsraum geworden, in dem wir zu uns kommen konnten. Unsere kleine Tochter hat sich dort sofort wohl gefühlt, mein Partner und ich ebenso. Bald konnte Frau Diederichs unsere Sorgen und Ängste entschärfen, uns helfen, Gelassenheit und Ruhe wieder zu erlernen und uns selbst, unserem Kind und dem Prozess, in dem wir als Familie sind, zu vertrauen. Es dauerte nur wenige Wochen und unser Alltagsleben hatte sich gewandelt: aus nervenaufreibenden, zermürbenden Tagen, an denen man die Stunden bis zur Schlafenszeit zählt und sich selbst für aufkommende Aggressionen hasst, ist nun eine Zeit geworden, in der ich jede Minute mit meiner Tochter tief genieße, wir uns als Eltern täglich unendlich über sie freuen und dankbar sind für das große Geschenk, das diese Familie für jeden von uns ist.

Diese Dankbarkeit möchte ich an Sie weitergeben, denn ohne die Schreibaby-Ambulanz, die uns so schnelle, flexible Hilfe angeboten hat, wären wir heute nicht da, wo wir sind. Abgesehen von dem Angebot durch Frau Diederichs ist das Familienzentrum Osloer Straße mit seinen freundlichen, zugewandten MitarbeiterInnen für uns als Ganzes nicht nur ein Anlaufpunkt, sondern ein erweitertes Wohnzimmer geworden. Wir treffen uns dort mit anderen Eltern und unser Kind genießt es, frei und sicher überall spielen zu können und willkommen zu sein.

Das Familienzentrum ist ein besonderer Ort für uns und viele unserer Freunde, für den wir sehr dankbar sind. Deshalb wünschen wir Ihnen alles Gute für viele weitere Projekte und hoffen, dass noch zahlreiche andere Eltern und Kinder die Gelegenheit haben werden, sich von Ihnen unter die Arme greifen zu lassen. Sollten wir mal wieder Probleme haben, sind wir wieder da!

Herzlich, Henriette Heise, auch im Namen von Konstantin Schroth und Lenya Heise

 

Die Schreibaby-Ambulanz hat uns in den ersten Monaten im Leben unserer Zwillinge sehr geholfen. Ich wandte mich telefonisch an Paula Diedrichs, als die Babys etwa vier Wochen alt waren.  Die Hebamme im SOS-Kinderdorf hatte mir ihre Nummer gegeben, da ich wegen des stundenlangen Schreiens meiner Mädchen Rat suchte: Vor allem die ältere der beiden schrie jeden Tag vier oder fünf Stunden lang; meist ging es am Nachmittag gegen 17 Uhr los und hörte erst gegen 22 Uhr wieder auf, wenn sie einschlief. Die jüngere schrie ebenfalls häufig und langanhaltend. Wenn das eine Baby aufhörte, fing das andere an. Beide hatten Probleme einzuschlafen und sich zu beruhigen; für das Schreien konnten mein Freund und ich keine Gründe erkennen.
 
Wir empfanden das tägliche Gebrüll als starke Belastung. Zum einen, weil deswegen kaum eine Aktivität mit den Kindern möglich war – wir konnten nur selten Cafés, Restaurants oder andere öffentliche Orte besuchen. Zum anderen machten wir uns natürlich Sorgen, ob wir als Eltern etwas falsch machen oder ob unsere Kinder sich bei uns aus irgendwelchen Gründen nicht wohl fühlen.  So kamen wir körperlich und psychisch an unsere Grenzen. Als ich Paulas Nummer wählte, bot sie mir sofort einen Termin am folgenden Tag an, bei uns zu Hause. Ich war erleichtert, da ich mit einer längeren Wartezeit gerechnet hatte – ich hatte die Erfahrung gemacht, dass alles, was mit Babys zu tun hat, weit im voraus geplant werden muss. Egal ob es sich um ärztliche Untersuchungen oder Freitzeitaktivitäten mit Kind handelt: Normalerweise geht nichts ohne mehrere Wochen Vorlauf. In diesem Fall war es glücklicherweise anders. Auch, dass Frau Diedrichs bei uns zu Hause vorbeikam und ich also nicht mit den Zwillingen durch die Stadt fahren musste, war für uns extrem angenehm und stressfrei.
 
Paula Diedrichs brachte sofort Entspannung in unseren Haushalt. Sie nahm mir bei unserem Treffen die Kinder ab und forderte mich auf, mich auszuruhen. Dass mein Stress sich auf die Kinder überträgt, war mir schon klar. Bloß fanden mein Freund und ich allein keinen Weg, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Paula Diedrichs arbeitete zunächst vor allem mit meiner älteren Tochter. Sie trug das Baby durch die Wohnung, massierte es und machte beruhigende Brummlaute, die es nach einer Weile tatsächlich einschlafen ließen. Sie kümmerte sich aber auch um uns – vor allem um mich: Sie sprach lange mit uns, hörte sich an, wie wir selbst versuchen, die Zwillinge zu beruhigen, lobte uns für das, was wir richtig machten und gab uns allerhand praktische Tipps.
 
Damit wurde Paula Diedrichs für uns zu einer wichtigen Ansprechperson, die uns in der ersten Zeit mit unseren Kindern kontinuierlich zur Seite stand. Sobald sie unsere Wohnung betrat merkte ich, wie die Anspannung sich deutlich legte. Die Kinder reagierten positiv auf ihre Gegenwart. Auch im Anschluss, wenn sie wieder weg war, merkte ich, dass sie deutlich ruhiger und heiterer waren als vorher. Die Handgriffe, die sie mir zeigte, konnte ich auch an den anderen Tagen anwenden. So lernte ich, besser mit meiner eigenen Nervosität umzugehen und den Kindern besser Trost und Ruhe zu geben. In den Wochen, wo Paula Diedrich verhindert war, schickte sie eine Vertretung, mit der wir ebenfalls sehr zufrieden waren.
 
Mit der Zeit reduzierte sich das Schreien, nach etwa drei Monaten hörten die stundenlangen Brüllattacken auf. Da ich trotzdem als Mutter von Zwillingen stark belastet war, besuchte Paula Diedrichs uns weiterhin einmal in der Woche. Sie arbeitete noch viel mit den Kindern, wandte sich aber zunehmend auch mir zu. Vor allem sorgte sie mit Massagen bei mir für Entspannung und stand mir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.
Die Unterstützung durch Paula Diedrichs hat in dieser Zeit viel dazu beigetragen, dass wir als glückliche Familie zusammenwachsen können. Allein zu wissen, dass wir einmal die Woche einen Termin mit ihr haben, reduzierte für uns den Stress. Für mich war es aber vor allem sehr positiv, mit meinen vielen Fragen nicht alleine dazustehen, sondern eine kompetente und erfahrene Ansprechpartnerin zu haben. Indem Paula Diedrichs uns als Eltern lobte und die positive Entwicklung unserer Zwillinge hervorhob, stärkte sie unser Selbstbewusstsein und gab uns das Zutrauen, das wir brauchten, um in unsere neue Rolle hereinzuwachsen. Auch die körperliche Arbeit, die Massagen von mir und meinen Kindern, halfen mir, zur Ruhe zu kommen. Die Handgriffe, die sie uns zeigte, wenden wir zum Teil bis heute mit Erfolg an.

Anschrift

Paula Diederichs
WIKK® Weiterbildungsinstituts für körperorientierte Krisenbegleitung 
Peschkestr. 14
12161 Berlin

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Telefon: (030) 436 69 044
Telefax: (030) 436 69 044

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